Casino-Szene Analyse


Herzdamen zieht bewusst Inspirationen aus bekannten Filmen, mit ikonischen Casino- und Glücksspiel-Szenen.
Mit dem Stichwort „Gegen dich gewinne ich in jedem Universum.“, tauchen wir als Publikum über einen Matchcut im Close-Up von Händen, die Karten aufheben in eine Art Tagtraum ein. Die beiden Hauptcharaktere sitzen sich dabei in den gleichen Positionen, aber plötzlich an einem Spieltisch mit Beobachter*innen und anderer Kleidung gegenüber.

Die gezielte Lichtsetzung fokussiert sich bei Herzdamen und Casino (1995) auf die Figur in einer Nahen Einstellungsgröße vor einem Tisch. In beiden Fällen erzeugt diese schwerpunktsetzende Inszenierung in Kombination mit Rückschnitten zum Gegenüber ein gespanntes Warten auf Aktion. Darum geht es eben im Poker und Kartenspiel und im übertragenen Sinne auch in zwischenmenschlichen Beziehungen, wie die des Kurzfilms. Es wird etwas gesagt oder getan, auf eine Reaktion gewartet und in diesem Zwischenraum von Aktion-Reaktion liegt die Anspannungen der Dynamik – Das Unausgesprochene zwischen den Zeilen.
Die Fantasie des Tagtraums wird durch Set-Design und Kostümen vollendet. In einem Casino darf zu Anzug und Kleid tragenden Gäst*innen auch das Martiniglas einfach nicht fehlen. - Egal ob geschüttelt oder gerührt.


"Casino Royale." Filmgrabs. https://film-grab.com/wp-content/uploads/photo-gallery/40%20(225).jpg?bwg=1547203811.
Wie der James Bond Klassiker Casino Royale (2006), stellt Herzdamen, mittels eines Kameraschwenks, die aussichtslose Situation des Spielstandes für die meisten Beteiligten dar. Dabei werden bei Bond die ‚Pokerfaces‘ gezeigt und im Kurzfilm die anonymen Hände der anderen Spielenden, die ihre Karten geschlagen ihre Karten ablegen, bis die Hauptcharaktere erreicht werden.
Vermischung Realität und Fantasie


Das Monopoly-Geld als Spieleinsatz referiert auf das Spiel, welches in der filmischen Realität stets im Hintergrund zu erkennen ist und im Detailaufnahmen-Schwenk eingeführt wird.


Durch das Auftreten eines Kellners, der Maria Champagner anbietet, wird sie wieder in die Realität zurückgerufen. Hier bietet ihr Anna noch mehr Rotwein an.

Da Anna an dieser Stelle Marie mehrmals ansprechen muss, um eine Antwort zu erhalten, scheint sie nicht an der Fantasie beteiligt zu sein. Zusammen mit dem Einstieg über die Einstellung von Marias Händen lässt sich die Szene folglich als eine Art Tagtraum von Maria erkennen.






